Zahnstein bei Katzen – entfernen, Kosten und vorbeugen

Bei Katzen fängt der Zahnstein meist ganz harmlos an. Ein bisschen Mundgeruch, ein paar kleinere Verfärbungen und schwups ist er da. Dabei muss man es erst gar nicht soweit kommen lassen. Auch bei Zahnstein gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge 😉 Leider ist aber auch die beste Vorsorge keine Garantie dafür, dass das Tier nicht daran erkrankt.

Doch wie kommt Zahnstein eigentlich zustande?

Es fängt beim Fressen an

Das Futter spielt bei der Zahnsteinbildung eine entscheidende Rolle. Nach der Futteraufnahme bleiben kleine Bestandteile der Nahrung in den Zahnzwischenräumen zurück. Diese sind der Grund, warum das Tier Mundgeruch kriegt. Genauer gesagt, sind es die Bakterien im Mundraum, die sich auf die Futterreste stürzen und für die übel riechenden Gase sorgen.

Aber nicht nur das, sie zersetzen das Futter und bilden Säuren, die die Zahnbeläge angreifen und das Zahnfleisch. Da das Zahnfleisch  empfindlich ist, kommt es häufig zu einer Entzündung. Wird diese nicht zeitnah behandelt, tauchen Folgeerkrankungen wie u. a. Zahnstein auf.

Wie kommt Zahnstein genau zustande?

Durch die Entzündung des Zahnfleisches löst sich dieses vom Zahn ab. Es entsteht somit eine kleine Tasche in der sich weitere Keime und Bakterien einnisten. In den Taschen können sich weitere Futterreste festsetzen, die von den Baktieren zersetzt werden. Dabei entsteht der unschöne Zahnbelag, der zu Zahnstein wird.

Wenn du deiner Katze ins Maul schaust, kannst du Zahnstein recht gut an den gelben bis bräunlichen Belägen  sehen. Sind die Zähne weiß, ist alles ok. Haben sich jedoch schon die ersten gelben Stellen gebildet, sollte eine regelmäßige Kontrolle erfolgen. Denn der Zahnstein sorgt dafür, dass die Entzündung des Zahnfleisches nicht abklingen kann.

Solange die Entzündung vorhanden ist, wird sich immer weiterer Zahnstein bilden. Und dieser begünstigt die Entzündung. Ein echter Teufelskreis.

Man vermutet, dass ein hoher Prozentsatz von  Katzen, die älter sind als drei Jahren an Zahnstein leiden.

Unterschiede Wohnungskatze vs. Freigänger

Das Interessante ist, dass Wohnungskaten häufiger an Zahnfleischentzündungen leiden, als ihre Artgenossen mit Freigang. Grund dafür ist zum einen, dass sie weniger trinken. Dadurch ist der Speichel besonders reichhaltig an Mineralstoffen, der den Bakterien reichlich mit Baumaterial versorgt.

Außerdem wurde herausgefunden, dass Katzen, die Mäusen fressen oftmals weniger Probleme haben. Woran das genau liegt, kann allerdings noch  nicht gesagt werden.

Ernährungsgewohnheiten

Auch die Ernährungsgewohnheiten unserer Vierbeiner spielt eine Rolle. So wissen wir mittlerweile, dass Katzen, die lieber Milch statt Wasser trinken, schneller mit Zahnstein zu kämpfen haben.

Die Wahl des Futters beeinflusst ebenfalls die Bildung. Vor allem Nassfutter scheint eine begünstigende Wirkung zu haben. Wer hingegen Trockenfutter und/oder andere Kauartikel verwendet, kann die Bildung herabsenken.

Letztlich spielt auch die Rasse eine Rolle. Es gibt z. B. Arten, wie die Perser, die vom Kopf her, eher flach sind. Diese Kopfbildung kann Probleme mit sich bringen, wodurch der Zahnstein begünstigt wird.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

Katzen können uns leider nicht sagen, wenn sie Schmerzen haben. Sie leiden still und heimlich. Als Besitzer musst du es aber erst gar nicht soweit kommen lassen.

Durch regelmäßige Kontrollen kannst du bereits vorbeugen. Zunächst solltest du deine Katze daran gewöhnen, dass du ihr ins Maul schauen kannst. Wenn das geht, kannst du regelmäßig prüfen, wie die Zähne aussehen. Entzündungen oder Zahnstein werden dir so viel schneller auffallen.

Spätestens, wenn deine Mietzekatze Mundgeruch hat, solltest du aufmerksam werden. Denn wie wir wissen, ist Mundgeruch ein Anzeichen von Zahnstein. Bei dauerhaften Mundgeruch sollte auf jeden Fall der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er kann nochmals genau prüfen, ob ein Befund vorliegt oder nicht.

Ein guter Tierarzt wird die Zähne bei jeder Behandlung prüfen. Von daher sollte dies zum Standard bei deinen kontinuierlichen Besuchen gehören.

Je früher behandelt wird, umso besser

Je früher du den Zahnstein erkennst, umso schneller und besser kann dein Tierarzt ihn behandeln. Dadurch vermeidest du nicht nur hohe Tierarztkosten, sondern auch, dass deine Mietze Schmerzen hat.

Im günstigsten Fall wird nur die Entzündung behandelt. Es kann aber auch sein, dass der Zahnstein abgetragen werden muss. Ähnlich wie bei uns  Menschen der Zahnstein.

Zahnstein zu spät erkannt

Zahntstein, der nicht rechtzeitig entdeckt wurde, bedeutet für die Katze Zahnschmerzen. Das ist für sie genauso unangenehm, wie für uns. Es kann sein, dass sie nicht mehr fressen wollen, weil es weh tut. Manche Katzen reagieren auch mit Unsauberkeit darauf. Ein deutliches Zeichen für Zahnstein ist ansonsten auch ein übermäßiger Speichelfluss. Auch dann, wenn überhaupt kein Futter in der Nähe ist. Dennoch könnne die Symptome vielfältig sein und sie lassen sich oftmals nicht eindeutig zuordnen.

Ein geschulter Blick kann da helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Wer gar nicht weiter weiß, sollte auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Stellt dieser dann starken Zahnstein fest, muss zeitnah reagiert werden. Denn wir alle wissen, wie unangenehm Zahnschmerzen bei uns Menschen sind. Und bei Katzen ist das nichts anderes.

Der Tierarzt kann den Zahnstein entfernen. Ist der Zahn jedoch zu stark befallen, muss er komplett gezogen werden. Sowas gilt es natürlich zu vermeiden, weil jeder Zahn kostbar ist. Und ein Zahn der fehlt, kann kein Futter mehr zerkleinern.

Im aller schlimmsten Fall, kann die Entzündung jedoch weiter durch den Körper wandern und noch größeren Schaden anrichten. Die Konsequenzen daraus können wir uns sicher alle vorstellen und vermeiden.

Wie teuer ist das Zahnstein entfernen?

Muss der Tierarzt ran, kann das unter Umständen nicht ganz billig werden. Es fängt schon mit der Vollnakose an. Diese ist zwingend erforderlich, denn welche Katze hält schon still, wenn man mit einem Bohrer an ihre Zähne möchte.

Der Zahnstein selbst wird während der Behandlung mitthilfe eines Ultraschallgeräts zertrümmert. Für eine Katze ist vor allem die dabei entstehende Geräuschkulisse eine Zumutung. Deshalb ist die Vollnarkose die schonenste Methode für beide Parteien.

Die Kosten für die Narkose hängen davon ab, wie schwer und groß das Tier ist. Dann kommen noch die Behandlungskosten dazu. Auch diese sind nicht frei definierbar, weil sie stark mit dem Aufwand verbunden sind. Muss ein Zahn gezogen werden, ist der Aufwand natürlich höher und somit steigen die Kosten.

Ein weiterer Kostenpunkt ist die Nachbehandlung. Gerade, wenn ein Zahn gezogen wurde, wird ein Antibiotika verabreicht. Dieses muss natürlich auch bezahlt werden. Nach einigen Tagen/Wochen kann dann noch eine Nachbehandlung, bzw. ein Kontrollbesuch beim Tierarzt erfolgen. Da können schnell mal ein paar Euro zusammen kommen.

Wer die Kosten so niedrig wie möglich halten will, für den gilt vorbeugen und regelmäßig kontrollieren. Frühzeitig erkannter Zahnstein kann einfacher und kostengünstiger behandelt werden.

Zahnstein vorbeugen

Eine effektive Methode, um Zahnsteinschäden vorzubeigen, ist Zähneputzen. Jetzt fragst du dich bestimmt, wie du das machen sollst. Es geht, es braucht nur seine Zeit, bis sich das Tier daran gewöhnt hat. Wer einen noch jungen Stubentiger hat, sollte jetzt schon mit dem Zähneputzen anfangen. Dann ist es noch ewtas leichter.

Mit Zähneputzen ist gemeint, dass du die Zähne deiner Katze mit einer speziellen Bürste abputzt. Es gibt sogar eigens dafür entwickelte Zahnpasta, z. B. mit Fleischgeschmack. Durch das Bürsten entfernst du Essensreste und Bakterien und beugst Entzündungen vor.

Neben dem Putzen solltest du auch auf das Essverhalten deines Stubentigers achten. Weniger Feuchtfutter, dafür mehr zum Knabbern. Auch Katzenmilch darf gegeben werden, allerdings nur ab und zu und nicht jeden Tag.

Ähnlich wie bei Hunden gibt es auch für Katzen Leckerlies mit denen sich die Zähne reinigen lassen. So ein Leckerlie zwischendurch ist gern gesehen und unterstützt euch bei der Zahnreinigung.