Zahnschmerzen bei Katzen erkennen und behandeln

Zahnschmerzen sind wirklich eine leidige Sache. Wir alle kennen das, doch wie ist es, wenn die geliebte Katze darunter leidet? Unser Samtpfoten zeigen uns meist erst sehr spät, wenn sie Zahnschmerzen haben. Wir zeigen Ihnen, wie sie frühzeitig Zahnprobleme erkennen können, bevor es zu spät ist.

Erste Anzeichen

Gut, wer sein Haustier immer im Blick hat und gut kennt. Dem fallen nämlich kleinere Veränderungen deutlich schneller auf. Frisst die Katze nur noch zögerlich oder legt sie währenddessen untypische Pausen ein, kann dies ein erstes Indiz für eine Zahnerkrankung sein. Weitere Symptome sind z. B.:

  • verstärkter Speichelfluss
  • Kopfschütteln
  • schräglage des Kopfes / schiefhalten des Kopfes
  • Zähneknirschen
  • häufiges Lecken über den Mund

In den meisten Fällen ist die Ursache eine Parodontitis, die durch Zahnbeläge und/oder Zahnstein ausgelöst wird. Es kann aber auch eine Erkrankung der Zähne sein. Was es genau ist, kann letztlich nur der Tiersarzt sagen.

Die Krankheit FORL

FORL steht für Felinen odontoklastischen resorptiven Läsionen. Hinter diesem komisch klingenden Ausdruck versteckt sich eine Fehlfunktion des Körpers. Dieser greift ohne bisher bekannten Grund die eigenen Zähne an. In der Regel wird zunächst der Zahnhals oder die Zahnwurzel angegriffen. An diesen Stellen bilden sich schnell Löcher, die ohne Behandlung immer tiefer und größer werden. Der Prozess geht solange weiter, bis der Zahn komplett abbricht.

Ist ein Zahn erst einmal weg, geht das Leiden jedoch weiter. Die Katze sticht mit dem gegenüberliegenden Zahn ständig ins Zahnfleisch und sorgt so für eine schmerzliche Gewebeentzündung.

Geschätzt wird, dass ca. 25-40% aller Katzen unter dieser Krankheit und dessen Folgen leiden. Noch schlimmer sieht es bei Tieren über 5 Jahren aus. Hier liegt die Quote bei 50%.

Die Ursache von FORL

Zunächst wurde vermutet, dass Kariesbakterien – die Löcher in den Zähnen verursachen – Schuld an FORL haben. Dies konnte aber bereits wiederlegt werden. Auch die Gabe von Fertignahrung hat nichts mit der Krankheit zu tun. Es wurden Katzenschädel aus dem Mittelalter entdeckt, die ebenfalls FORL vorweisten. Es scheint viel mehr eine Autoimmunkrankheit zu sein. Der eigene Körper greift sich selbst an.

Parodontitis ist einer der Hauptfaktoren

Mittlerweile weiß man, dass Parodontis das Risiko von FORL drastisch steigert. Die meisten Katzen die unter FORL leiden, hatten  schon mal eine Parodontitis.

Zur Vermeidung hilft nur eines – Zahnhygiene. Jetzt kann man natürlich die Zähne seiner Katze nicht genauso putzen, wie die eigenen. Zum Glück gibt es zahnfreundliche Nahrung und entsprechendes Spielzeug, welches einen gewissen Schutz und Vorbeugeeffekt haben. Den regelmäßigen Gang zum Tierarzt ersparen sie einem allerdings nicht.

Bei jeder Routineuntersuchung sollte der Tierarzt das Gebiss kontrollieren um frühzeitig einschreiten zu können.

Was kann ich tun, damit meine Katze keine Zahnprobleme bekommt?

Zunächst sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Krankheit und einer kalziumarme sowie phosphorreiche Ernährung. Ein ausgewogenes Futter ist hier der erste Schritt, um Problemen vorzubeugen.

Zudem fördern Kauspielzeuge den gesunden Abrieb von Baktieren auf den Zähnen, wodurch die Zahnsteinbildung gehemmt wird. Kommt es doch zu Zahnstann, dann sollte dieser in regelmäßigen Abständen vom Tierarzt entfernt werden.

Gleichzeitig kann der Tierarzt mittels röntgen feststellen, ob es noch weitere (unentdeckte) Schäden an den Zähnen gibt. Die regelmäßige Kontrolle ist von daher Pflicht und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Zudem kann der Arzt noch Tipps geben, wie man weiter gegen die Krankheit vorgehen kann. Ein gemeinsam ausgearbeiteter Plan ist der beste Weg damit das Tier langfristig gesund wird und auch bleibt.

Die Kosten

Lässt sich eine tierärztliche Behandlung nicht vermeiden, so entstehen schnell hohe Kosten. Gut, wer auf solch einen Fall vorbereitet ist. Entweder durch das eigene Sparbuch für die Katze oder über eine spezielle Katzen-Krankenversicherung. Durch die Vorsorge kann man sich ganz und gar auf die Genesung des Tieres konzentrieren und muss sich nicht noch zusätzlich Gedanken ums Geld machen.