Zahnschmerzen bei Hund und Katze frühzeitig erkennen

Während Herrchen und Frauchen mindestens einmal im Jahr beim Zahnarzt zur Kontrolle vorbauschauen, wird beim Vierbeiner nur selten eine solche Vorsorge betrieben. Warum eigentlich? Denn auch Hunde und Katzen können Zahnschmerzen bekommen.

Dabei leiden die Tiere jedoch meist still vor sich hin, sodass wir ihre Schmerzen oft erst sehr spät erkennen. 

Wie erkennt man Zahnprobleme bei Hund und Katze?

Ein häufiges Indiz einer fortgeschrittenen Zahnproblematik ist die Verweigerung des Futters. Vor allem Trockenfutter wird dann ungern bis gar nicht mehr vom Tier angenommen. Spätestens jetzt ist ein Besuch beim Tierarzt pflicht.

Hier einige weitere Symptome, die vor allem bei Hunden mit Zahnschmerzen auftreten können:

  • vermehrter Speichelfluss
  • hängende Ohren
  • Lustlosigkeit
  • zuckende Bewegungen des Kopfs und/oder der Lefze
  • trauriger Blick
  • reibende Bewegungen mit der Pfote über das Gesicht
  • Mundgeruch

Zahnstein – ein häufiges Problem

Zahnstein tritt besonders bei Hunden sehr häufig auf. Im Grunde ist Zahnstein eine Ablagerung aus Mineralien und dem Speichel, welche sich bei den Zähnen festsetzt. Zudem besteht er aus Baktierien, Futterresten und Schleimhautzellen.

Wie sie sicher aus eigener Erfahrung wissen, ist Zahnstein hart und hat eine raue Oberlfäche. Diese raue Oberfläche eignet sich ideal zur Vermehrung von Bakterien und Keimen, da sie hier besonders gut haften können.

Wird nichts gegen den Zahnstein unternommen, so kann dieser immer weiter wachsen. Immer dicker und dicker wird er. Vor allem Backen-, Reiß- und Eckzähne im Oberkiefer sind hiervon betroffen. Aber auch der Rand am Zahnfleisch ist ein beliebter Ort.

Kleine Hunde neigen aufgrund ihrer oftmals kurzen Schnauze und der dazu passenden Kieferstellung zu Zahnstein. Ein weiterer Faktor bei ihnen ist, dass sie nur mit einem kurzen Fang hecheln. Sie hecheln deshalb häufiger als ihre großen Artgenossen. Allerdings wird dabei die Mundschleimhaut ausgetrocknet. Speichel ist jedoch wichtig, weil dieser Zahnbeläge einfach wegspült.

Die Ursache für Zahnstein bei Hunden

Die Hauptursache für Zahnstein beim Hund liegt in der Bildung von Zahnbelägen. Baktieren sammeln sich in Futterresten, zusammen mit dem Speichel und Mineralien bildet sich dieser dann.

Wenn keine tägliche oder regelmäßige Reinigung des Gebisses erfolgt, vermehrt sich der Zahnstein unaufhörlich. Eine Möglichkeit um dies zu verhindern, ist tägliches Zähneputzen. Manche Hundehalter können dies sogar mit einer ganz normalen Zahnbürste vornehmen. Allerdings ist diese Methode nicht für jeden Hund geeignet.

Ein weiterer Grund für den Zahnstein kann auch ein zu geringer Speichelfluss beim Tier sein. Immerhin hat der Speichel die Aufgabe Baktieren sowie Futterreste „wegzuspülen“. Eine Fehlstellung des Gebisses oder zu viel Feuchtfutter kann ebenfalls ein Grund dafür sein.

Woran erkennt man Zahnstein?

Das erste Anzeichen sind sicherlich gelblich braune Beläge auf den Zähnen des Tieres. Meistens entdeckt man diese am Oberkiefer. Auch Mundgeruch kann ein Indiz für Zahnprobleme und Zahnstein sein.

Leichter Zahnstein fällt hingegen meist gar nicht auf, weil das Tier damit überhaupt keine Probleme hat. Wird der Befall jedoch stärker können Symptome wie Zahnfleischbluten oder Futterverweigerung hinzukommen. In diesem Fall ist unbedingt der Rat eines Tierarztes einzuholen.

Zahnstein bei Hund und Katze entfernen lassen

Bevor es jedoch so weit kommt, dass das Tier starke Schmerzen hat und vielleicht sogar Zähne lassen muss, kann man vorbeugen. Zum einen helfen spezielle Zahnreinigungsprodukte wie Kauknochen. Zum anderen kann man Zahnstein vom Tierarzt entfernen lassen. Wer eine Hunde-Krankenversicherung oder eine Katzen-Krankenversicherung hat, braucht sich die Kosten keine Sorgen zu machen. Diese sind meistens in den Standardparketen mit drin. Ein Blick in die Police kann dennoch nicht schaden.

Weitere Zahnprobleme bei Hunden

Neben Zahnstein kann ein Hund auch an Karies erkranken. Ursache hierfür sind häufig zuckerhaltige Getreideprodukte wie Nudeln oder Brot.

Auch Zahnplaque kann zu einer schlimmen Entzündung des Zahnfleisches führen. Wird diese nicht rechtzeitig behandelt, kommt es zu einer Parodontitis. Das Risiko, dass der Hund dann einen oder gleich mehrere Zähne verliert, ist hierbei sehr sehr hoch.

Ein weitere Gefahr ist die einer Infektion. Die Baktieren aus dem Mundraum können in die Blutbahn gelangen und von dort aus die Organe angreifen. Die Folgen hier können schwerwiegend sein und im aller schlimmsten Fall tödlich enden.

Deshalb empfehlen wir immer: Vorbeugen statt Nachbehandeln!