Der Hundeführerschein – Pflicht für alle Neuhundehalter

Beißattacken sind für Hundehalter ein wahrer Alptraum. Dennoch kommen sie immer wieder vor. Aus diesem Grund hat die Landesregierung Niedersachsen das Gesetz angepasst und führte hiermit den Hundeführerschein ein. Dieser ist für unerfahrenen Hundehalter, die erstmal beweisen müssen, dass sie ihr Tier unter Kontrolle haben.

Ziel dieses Gesetzes ist es Beißattacken und andere Hundeunfälle zu verhindern. Der Hundeführerschein beinhaltet drei grundlegende Dinge, die Hundehalter seit Neuestem durchführen müssen.

1. Der Chip ist Pflicht

Seit Juli 2011 müssen alle Hunde ab sechs Monaten einen Chip tragen. Dieser Chip dient zur Registrierung und zur Identifizierung. Die Nummer im Chip enthält Informationen zum Halter und zum Tier. Diese Nummer wird in einem Zentralregister gespeichert, die von Tierheimen und Co. abgerufen werden können.

Der Chip hat einen weiteren Vorteil. Sollte der Hund einmal unerwartet davonlaufen, so kann er anhand des Chips zu seinem rechtmäßigen Halter zurückgebracht werden. Dies ist gut für Halter, Tier, Tierheime und natürlich auch für den Tierarzt.

2. Die Versicherungspflicht

Die zweite Vorschrift um den Hundeführerschein zu bekommen, ist eine Haftpflichtversicherung für den Hund. Sollte es dennoch einmal zu einer Bissattacke oder einem anderen Unfall kommen, so muss der Schaden wenigstens abgedeckt sein. Wichtig bei der Versicherung ist, dass diese 500.000 Euro abdeckt. Bei Sachschäden reicht eine Summe von 250.000 Euro.

3. Der Hundeführerschein an sich

Der Führerschein gilt für all diejenigen, die sich zum aller ersten Mal einen Hund zulegen und somit noch keine Erfahrung mit Hunden haben. Hierbei ist es egal, ob man früher schon einmal einen Hund in der Familie hatte oder nicht. Es kommt lediglich darauf an, wer den Hund anmeldet und ob diese/r schon zuvor einen angemeldet hatte.

Für den Schein muss ein Sachkundenachweis abgelegt werden. Dieser kann von allen anerkannten Vereinen, Hundeschulen und Personen abgenommen werden. Von der Prüfung befreit sind alle Leute, die in den letzten zehn Jahren für mindestens zwei Jahre keine Probleme mit ihrem Hund hatten. Ausnahmen hierfür sind jedoch Jäger, Tierärzte und Tierheime, bzw. dessen Betreiber.

Wird ein Familienhund angeschafft, so muss auch nicht jeder einen Sachkundenachweis abliefern. Lediglich die Person, auf dessen Namen das Tier läuft, übernimmt die Verantwortung. Dies gilt auch bei Spaziergängen, die durch Familienmitglieder durchgeführt werden.

Die Kosten

Mit dieser Änderung kommen für Hundehalter weitere Kosten zustande. Das Chicen kostet je nach Tierarzt einmalig um die 50 Euro. Dazu kommt noch der Sachkundeausweis mit ungefähr 200 Euro. Die Höhe der Hundehaftpflicht wird anhand der Versicherung bestimmt. Eine teurere Versicherung kann schon mal bis zu 150 Euro und mehr im Jahr kosten. Allerdings variieren die Preise stark, deshalb sollte man erstmal vergleichen.

Erweiterte Führerscheine

Neben dem vom Gesetz bestimmten Hundeführerschein bieten einige Verbände ebenfalls entsprechende Kurse und „Führerscheine“ an. Diese dienen jedoch mehr dem besseren Verständnis und der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Vor allem die Sozialverträglichkeit des Hundes steht hierbei im Vordergrund.